Der fortschreitende Klimawandel macht Wasser zu einem kostbaren Gut. Sachsen-Anhalt und der Bund investieren deshalb gemeinsam in eine robuste und leistungsfähige Wasserversorgung im Süden des Landes. Am heutigen Donnerstag haben Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil gemeinsam einen Förderbescheid über 53 Millionen Euro für die Ertüchtigung des Wasserwerks in Halle-Beesen überreicht.
„Klimawandel, zunehmende Hitze- und Dürrephasen einerseits und steigende Wasserbedarfe unserer wachsenden Wirtschaft andererseits führen dazu, dass wir in unsere Wasserinfrastrukturen investieren müssen“, betonte Umweltminister Willingmann. Der Umbau des Werks hier in Beesen zu einem Spitzenlastwasserwerk ist ein ganz wichtiger Schritt für eine zukunftsfeste und vor allem klimaresiliente Wasserversorgung im Süden Sachsen-Anhalts. Ich freue mich sehr, dass dieses Vorhaben nun mit finanzieller Unterstützung von Land, Bund und Europäischer Union umgesetzt werden kann.“
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil erklärte: „Hier in Halle sieht man: Unsere Investitionen wirken vor Ort. Mit dem Spitzenlastwasserwerk machen wir die Wasserversorgung für die Menschen krisenfest und schaffen zusätzliche Kapazitäten für die Zukunft. 11,5 Millionen Euro aus unserem 500-Milliarden-Investitionspaket fließen in dieses Projekt. Wir investieren in Bahnstrecken, Krankenhäuser, Schulen, Kitas - und auch in moderne Wasserwerke. So lösen wir den Sanierungsstau auf und modernisieren Deutschland. Das ist auch eine weitere Investition in eine Region, die auf Zukunft setzt: zum Beispiel auf BioTech und DeepTech am Chemiestandort Leuna. Eine gute, sichere Wasserversorgung ist deshalb auch ein wichtiger Standortfaktor.“
Bis 2030 soll das Wasserwerk Beesen jetzt grundlegend saniert und künftig in das Verbundsystem der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH (FEO) integriert werden. Als Spitzenlastwasserwerk soll es insbesondere bei zeitweise erhöhtem Wasserbedarf zusätzliche Kapazitäten bereitstellen. Mit dem Umbau des Wasserwerks werden zugleich die Voraussetzungen für die weitere Ansiedlung von Industrie geschaffen. Insgesamt werden für das Vorhaben 53,07 Millionen Euro an Fördermitteln bereitgestellt. Davon stammen 41,57 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und 11,5 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes. Der Umbau des Werks in Beesen zu einem Spitzenlastwassserwerk wird insgesamt rund 65 Millionen Euro kosten.
Spitzenlastwasserwerk mit 20.000 Kubikmetern Tagesleistung
„In Hitzewochen sind die Wassergewinnungskapazitäten der großen Fernwasserversorger, die etwa 75 % der öffentlichen Trinkwasserversorgung in Sachsen-Anhalt ausmachen, bereits bis zu 97 % ausgelastet“, erklärte FEO-Aufsichtsratsvorsitzender Matthias Lux. „Um langen Trockenphasen zu begegnen und sicherzustellen, dass künftige Industrieansiedlungen nicht an fehlendem Wasser scheitern, müssen Aufbereitungskapazitäten aufgebaut und vorgehalten werden.“
Das Wasserwerk Halle-Beesen soll künftig ressourcenschonend im Stand-by-Betrieb vorgehalten werden und bei Bedarf kurzfristig seine maximale Leistung von 20.000 Kubikmetern Trinkwasser pro Tag bereitstellen. Das in Beesen aus rund 250 Brunnen in der Saale-Elster-Aue gewonnene Wasser wird vollständig in das Netz der FEO eingespeist und steht damit grundsätzlich für den Fernwasserverbund im Süden Sachsen-Anhalts zur Verfügung.
Das Projekt wird von der gemeinsamen Besitz- und Betreibergesellschaft von FEO und der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) umgesetzt. Deren Geschäftsführer Jörg Schulze bedankte sich für die Förderung: „Um die Möglichkeiten, die mit der Förderung von Wasserresilienzmaßnahmen in Sachsen-Anhalt ermöglicht werden, beneiden uns andere Bundesländer. Und wenn man immer meint, Politik und Verwaltung sind zu langsam, dann wird dieser Aussage durch das konkrete Projekt widersprochen.“ Dank schneller Planungs- und Genehmigungsverfahren werde die Fertigstellung bis 2030 avisiert.
Halles Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt erklärte: „Wasser ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Zukunft unserer Stadt und unserer Region. Mit dem Spitzenlastwasserwerk in Beesen schaffen wir gemeinsam zusätzliche Sicherheit für die Menschen und Unternehmen in Halle (Saale) und weit darüber hinaus. Dass dabei ein bestehender Standort im Oberzentrum des südlichen Sachsen-Anhalts genutzt und technisch zukunftsfähig gemacht wird, ist ein gutes Beispiel dafür, wie Versorgungssicherheit, regionale Perspektive und die Voraussetzungen für Unternehmensansiedlungen und Investitionen zusammengebracht werden können. Ich danke dem Land Sachsen-Anhalt, dem Bund und allen Beteiligten für die gemeinsame Umsetzung dieses wichtigen Projekts.“
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